Anamorphic Logos

Deutsche Bank, 2011

In der Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt am Main bietet der neue BrandSpace Einblick in Geschichte, Ge­schäfts­bereiche, gesell­schaft­liches En­ga­ge­ment und Marken­haltung des Unter­nehmens. Aus­gangs­punkt für die mediale Inszenierung ist das Deutsche Bank Logo von Anton Stan­kowski, das nun, in die räum­liche Di­men­sion übersetzt, zum Narrator wird.

Da diese Über­setzung nicht durch eine vor­der­gründige Trans­forma­tion des zwei­dimen­siona­len Logos in die Drei­di­men­sionali­tät erfolgen sollte, damit der Raum später­hin nicht durch die per­manente Präsenz von auf­ge­stellten Logo­skulp­turen do­miniert wird, wurde das Prinzip der Ana­mor­phose angewandt. Hierbei wird das Logo in eine ab­strakte drei­dimen­sionale Ar­chitek­tur überführt, die sich nur von be­stimm­ten Punk­ten aus gesehen als Logos er­schließen. Diese Logo­skulp­turen bil­den den Rah­men für drei Medien­in­stalla­tionen, die dem Be­sucher ver­schie­dene Zu­gänge zur Marke anbieten.

In der ersten Logo­in­stalla­tion können auf einer be­rührungs­sen­sitiven Ober­fläche Fakten zur Geschichte und Gegen­wart der Bank explorativ er­kundet werden. Betreten Be­sucher die zweite inter­aktive In­stallation, wer­den sie mittels 3D-Kamera­tracking erkannt und ihre Silhouette durch um­fließende Linien in der Pro­jektion an der Stirn­seite abgebildet. Abhängig von ihren Be­wegun­gen lösen sie statis­tische Daten und Fakten zum Unter­nehmen und zu dessen Mit­arbeitern aus.

Die dritte Installation über­setzt auf rein assoziative und ästhe­tische Weise die Marken­werte Passion und Präzision in den Raum. Das Logo wird zu einer kine­tischen Skulptur, in der der Logo-Querbalken in 48 mobile Drei­ecks­elemente geteilt ist. Die Drei­ecke führen eine komplexe Choreo­grafie aus, die fließend schein­bar schwebende, drei­dimen­sionale räum­liche Strukturen er­zeugt. Die Ober­fläche der Drei­ecke wird in einigen Sequenzen der Choreo­gra­phie mithilfe von auf­projizier­ten Video­texturen zusätzlich dynamisiert.

Eine vierte Installation, am Ende des Treppen­aufgangs zum BrandSpace, basiert ebenfalls auf dem Prinzip der Ana­mor­phose: Sie besteht aus einem facettierten Spiegel und blauem Licht, das auf die gegen­über­liegende Wand projiziert wird. Geht der Besucher die Treppe hinauf, so sieht er zuerst nur die schein­bar chaotisch an­ge­ordneten blauen Licht­re­flek­tionen im Spiegel. Je näher der Besucher kommt, desto mehr ordnen sich die Re­flek­tionen, die sich schließ­lich zum blauen Unternehmens­logo zusammen­setzen.

Der BrandSpace ist ein gemein­sames Projekt von ART+COM und Coordination, Berlin.