

Mehr als 300 000 Besucher zählt die im Mai 2005 eröffnete Ausstellung "Das neue Österreich" im Wiener Barockschloss Belvedere. Aufgrund des enormen Besucheransturmes kann die Schau, die dem 50-jährigen Staatsvertragsjubiläum gewidmet ist, jetzt noch bis zum 11. Dezember 2005 besichtigt werden.
Von ART+COM gestaltete Medieninstallationen entlang einer 250 Meter langen rot-weiß-roten Fahnenspur laden die Besucher ein, sich interaktiv über die Geschichte Österreichs zu informieren. So bieten Hörtrichter zum Thema „Zerfall und Neuorientierung“ historische Tondokumente von Kaiser Franz Joseph an während projizierte Standbilder Eindrücke aus dem Ersten Weltkrieg vermitteln. Ein interaktives Lexikon der Besatzungszeit gibt Besuchern die Möglichkeit, Informationen abzurufen. Auf einer sensitiven Oberfläche können sie Buchstaben aktivieren und sich so Begriffe von A bis Z aus der damaligen Zeit erschließen. Über das Kapitel „Krisen und Wohlstand“ informiert eine Skulptur in Form eines Statistikgebirges. Sie zeigt die Entwicklung des österreichischen Wohlstands im Vergleich zu den anderen Ländern Europas. Monitore gewähren dabei Eindrücke aus den jeweiligen Epochen. Diesen statistischen Zahlen steht der private Blick gegenüber. Eine Super-8-Kamera ist wie ein Lesegerät an der Fahne montiert. Bewegt sie der Besucher werden Projektionen entsprechender 8 Millimeter Filme gezeigt.
Höhepunkt beim Rundgang entlang der Fahne ist eine mediale Installation, die sich dem Thema „Klischee. Oder Wirklichkeit?“ widmet. Auf einer sensitiven Oberfläche erscheinen hunderte von Begriffen zu diesem Thema. Sobald die Besucher sie berühren, geben sie in Form von Texten, Bildern, Tönen, Filmen und Animationen ihre Bedeutung preis. So verbergen sich beispielsweise hinter dem Begriff „Exportartikel“ Arnold Schwarzenegger, Ferdinand Porsche, die Wiener Sängerknaben oder das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.
Hunderte Exponate und herausragende Kunstwerke des letzten Jahrhunderts von Klimt, Schiele über Hundertwasser bis Nitsch ergänzen die 22 medialen Installationen entlang der Fahne.
Ausstellungsgestaltung: in Zusammenarbeit mit Wolfgang Luser und Architekt Martin Kohlbauer.
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